Schwedentour 2006
Teilnehmer:
Bernd (Bernd)
Andrea (sv-lina)
Tag 1
Am 17. Juli ging`s los. Am Vorabend wurde das Mopped bepackt
und Montagmorgen um 8.00 Uhr wurde noch Vater eingesammelt
und nach einem kurzen Stück B58 ging es auf
die A43 und dann auf die A1 Richtung Norden.
Nach einem längeren Stau kurz vor Hamburg und einer kleinen
Mittagspause bei Verwandten, trafen wir Nachmittags auf Fehmarn ein, wo wir uns
und das behielten wir für den restlichen Urlaub bei, eine Touristeninformation
aufsuchten, um uns nach dem Weg zur nächsten Jugendherberge zu erkundigen. Dort
eingetroffen, wurde eingecheckt, geduscht und schon ging es wieder los Richtung
Berg, um ein Lokal zu finden. Ich war froh, das Berg nur eine Zwischenstation
Richtung Schweden war. In der Ferienzeit ist der Ort völlig überlaufen und es
macht keinen großen Spaß, sich den ansonsten recht netten Ort anzusehen. Da wir
am nächsten Morgen relativ früh zur Fähre wollten, waren mein Vater und ich
auch recht schnell in den Betten verschwunden.
540 km
Tag 2
Nachdem die Moppeds
wieder bepackt waren (nach zwei Wochen Bag auf- und abschnallen entwickelt man
wirklich ein tolles Geschick) und wir gefrühstückt hatten, fuhren wir das kurze
Stück nach Puttgarden zur Fähre. Dort angekommen, wurden die Tickets gelöst, an
den PKWs vorbei und als erste auf`s Schiff. Moppeds vergurtet
und hoch auf`s Deck, um die Abfahrt nicht zu
verpassen. Die Überfahrt verlief recht eintönig. Kein Wellengang, keine
Notwendigkeit, sich Sicherheitswesten anzuziehen, kein anderes Schiff auf
Kollisionskurs. Alles in allem „Langweilig“. Nach einer ¾ Stunde Fähre und
einer 2 stündigen Fahrt von Rodby aus durch Dänemark, ging es in Helsingör auf
das nächste Schiff um endlich, nach 20 Minuten, Schweden zu erreichen. Wir sind
dann von Helsingborg nach Töllsjö gefahren. Dort machten gerade Verwandte in
ihrem Haus Urlaub und mein Vater und ich blieben einen Tag dort, um uns von
Ihnen die Gegend zeigen zu lassen. Nach einem netten Grillabend und ein paar
Gläsern Wein, hatte man für diese Nacht die nötige Bettschwere.
482 km
Tag 3
Dies war ein Moppedfreier Tag. Wir haben uns in Torpa
Hofsnäs eine Burg angesehen, waren an einem See, in dem man mehrere 100 Meter
hineingehen kann, ohne nasse Knie zu bekommen und hatten, als wir wieder am blauen
Haus am See ankamen, ca. 250 km, diesmal mit dem Auto, zurückgelegt.
Tag 4
Nach einem ausgiebigen Frühstück, übernahm mein Vater wieder
die Leitung der Tour und auf ging`s nach Borsas. Auf dem Weg dorthin durfte ich
das erste Mal Bekanntschaft mit den hier üblichen, festgefahrenen
Schotterstraßen machen. Meinem Bag gefielen diese Art Wege überhaupt nicht.
Nach einer Weile versuchte es immer wieder, mit auf meinem Sitz zu rutschen.
Dies ließ sich nur bei dem nächsten Stopp an der Burg Bohusfästning beheben,
indem ich es neu „vergurtete“. Danach ging es über gut ausgebaute Straßen nach Lysekil
.
Dieser
Küstenort ist wirklich sehr nett, dadurch gibt es aber auch viele Touristen und
somit sind die Preise in den Restaurants dementsprechend. Nach einer kleinen
Mittagspause sahen wir uns noch die Felsenmalereien bei Brastad an und danach
ging das Desaster los. Am Morgen hatte ich ein kurzfristiges Mucken meiner SV
ignoriert, das konnte ich jetzt nun nicht mehr, da sie sich standhaft weigerte,
mit mir den Weg fortzusetzen. In dem nächsten Ort gab es keine Werkstatt, somit
musste der ADAC herhalten. Nach einigen geführten Telefonaten, einer
2-stündiger Wartezeit und einem 1-stündigen Transport in die nächstliegende
Motorradwerkstatt in Trollhättan wurde mir dort mitgeteilt, das in Schweden die
Motorradwerkstätten sehr weit auseinander liegen (was die lange Wartezeit, den
langen Rücktransport und die hohen Abschleppkosten erklärt). Somit haben die
Kunden teilweise eine Anreise von 200 km bis zu dieser Werkstatt und
dementsprechend sind die Termine alle belegt. Zusätzlich waren genau zu diesem
Zeitpunkt Ferien und einige Mitarbeiter nicht da. Sollte der Schaden sich als
Kleinigkeit herausstellen, bestand die Möglichkeit der Weiterfahrt. Ein großer
Schaden wäre nicht zu beheben (Und das alles in englisch. Im nachhinein
gesehen, kann ich froh sein, das ich mir nicht aus versehen eine ganze Batterie
Waschmaschinen angelacht hatte). Aber um der ganzen Sache auch noch die Krone
aufzusetzen, gab es genau an diesem Wochenende in Trollhättan ein Musikfestival
und alle Jugendherbergen und andere günstige Unterkünfte waren schon seit
Wochen ausgebucht. Mein Vater fand zu guter Letzt eine, zwar sehr freundliche,
aber auch sehr teure Privatunterkunft. Was wir aber an diesem Abend auch
festgestellt haben ist, das wenn man als Abendessen auch mit einer Pizza oder
ähnlichem zufrieden ist, man in Schweden sehr günstig satt werden kann. Nach
diesem Horror-Nachmittag ließ, trotz eines sehr geduldigen Vaters und einer
Menge telefonischen Zuspruchs von zu Hause (die Telefonrechnung war echt klasse
[img]http://www.cosgan.de/images/midi/boese/a020.gif[/img])
der Schlaf auf sich warten.
230 km
Tag 5
Nach der recht schlaflosen Nacht und einem Guten und mit
viel Liebe zubereiteten Frühstück, fuhren wir zur verabredeten Zeit zur
Werkstatt. Hier erwartete mich erst einmal eine gute Nachricht. Ein Kunde hatte
seinen Termin am Morgen nicht wahrgenommen und man hatte Zeit, sich meine SV in
der nächsten Stunde etwas genauer anschauen zu können. Somit hatten wir Zeit
bis Mittags, um uns die Stadt anzusehen (was einen ja soooo wahnsinnig
interessiert, wenn man nicht genau weiß, kann man am Nachmittag weiterfahren
oder ist die Tour vorzeitig beendet). Der zweite Anlauf, kurz vor der
Mittagspause, gab die Erklärung, warum meine „Kleine“ nicht mehr wollte. Wasser
im Tank! Wie und warum, keine Ahnung [img]http://www.cosgan.de/images/midi/konfus/a015.gif[/img] Aber nach der „Trockenlegung“, frisch betankt
und bepackt, konnten wir unsere Tour endlich fortsetzen und wir erreichten am
Abend die Stadt Arvika. Die Jugendherberge war schnell gefunden und nach einer
kleinen Stadt- und Hafenbesichtigung, nebst einem kleinen Abendessen, ging es
zurück zur Unterkunft.
204 km
Tag 6
Direkt nach dem die Moppeds bepackt waren ging es ein Stück
außerhalb zu einem Aussichtsturm, von dem man aus einen herrlichen Rundblick
hatte. Danach wurde gefrühstückt und anschließend ein gutes Stück querfeldein
über Schotterpisten
zurückgelegt. Die Schweden haben auch eine
gute Lösung für das Staubproblem ihrer Pisten gefunden. Sie verteilen einfach
Salz um die Nachfeuchtigkeit im Boden festzuhalten. In Laxarby haben wir uns
eine Kirche mit Holzdeckenmalereien angesehen und danach ging es nach Marbacka
um das Haus von Selma Lagerlöff zu besuchen (für die, die mit dem Namen nichts
Anfangen können: Die wunderbare Reise des Nils Holgerson mit den Wildgänsen).
Von dort ging es, nach einer 20% Steigung,
zum nächsten Aussichtsturm, von dem man aus eine gute Aussicht über
einen von den vielen Seen hatte. Aber nun sputeten wir uns. In der Ferne war
Gewittergrollen zu hören und wir hatten noch einige Kilometer bis zur nächsten
Jugendherberge in Ekshärad vor uns. Letztendlich sind wir dann doch noch naß
geworden, aber dies war auch der einzige Regenschauer, den wir in den 14 Tagen
Schweden abbekommen haben.
214 km
Tag 7
An diesem Tag standen keine Besichtigungen auf der
Tagesordnung. Wir sind über viele kleine und große Straßen nach Stockholm
gebummelt.
406 km
Tag 8
Heute war wieder ein moppedfreier Tag. Es stand eine
Besichtigungstour in Stockholm auf dem Plan und wenn man die Möglichkeit hat,
sollte man es vermeiden, selber nach Stockholm rein zufahren. Zu wenig
Parkplätze und zuviel Verkehr. Da ist es mit der Bahn wesentlich einfacher. Nach
einem Fußmarsch und einer kurzen Fahrt mit der Bahn machten mein Vater und ich
Stockholm unsicher. Nachdem wir uns das Parlamentsgebäude und das Schloß
(welches ich für persönlich sehr hässlich halte) angesehen hatten, hatten wir
das Glück eine berittene Wachablösung
sehen zu können. Danach machten wir uns auf
den Weg zum Rathausturm, von dem man sich Stockholm mal von weiter oben ansehen
konnte. Leider betrug die Wartezeit 1 Stunde, die uns durch eine Schweizerin
und einem, in Stockholm lebenden Portugiesen, verkürzt wurde. Dann ging es noch
zum Vasa-Museum (für diejenigen, die genauso wie ich nicht wissen, was die Vasa
ist; sie ist ein Schiff, das vor ca. 300 Jahren während der Jungfernfahrt im
Stockholmener Hafenbecken gesunken ist und vor ein paar Jahren wiedergefunden
und geborgen wurde), welches ich nur jedem empfehlen kann. Die 2 ½ Stunden, die
wir dort verbracht hatten, reichten nicht aus, um sich alles ansehen zu können.
Als wir dann Abends endlich zurück in unserer Jugendherberge waren, war ich
doch froh. So lange Fußmärsche sind meine Füße dann doch nicht gewohnt.
Tag 9
Unser nächstes Ziel dieser Tour war Motala. Bei bedecktem
Himmel, der sich aber im Laufe des Vormittages wieder auflöste, fuhren wir an
einigen Schlössern nicht nur vorbei, sonder sahen sie uns auch etwas genauer
an. Schloss Gripsholm 
beherbergte eine Zeitlang den Schriftsteller Tucholsky der
in der anliegenden Stadt Mariefred beerdigt ist. Tullgarn und Nynäs waren noch
zwei Anlagen die wir besichtigt haben danach ging es über kurvenreiche Straßen
zu unserer nächsten Unterkunft. Am Vorabend hatte uns nämlich ein schwedischer
Motorradkollege eine Karte überlassen mit deren Hilfe mein persönlicher
Tourenguide [img]http://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/d020.gif[/img] zwischen
und nach den Besichtigungen einige Straßen mit tollen Kurven gefunden hat, [img]http://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/a070.gif[/img].
Am Abend gab es bei der Unterkunft ein gutes Grillbuffet und nette Gespräche
mit den Gästen und den Jugendherbergsleuten.
397 km
Tag 10
Unsere nächste Besichtigungsstelle an diesem Morgen war eine
Fünfstufen-Schleuse in Motala selber
.
Wir hatten Glück und konnten über zwei Stufen beobachten, wie die Boote, in dem
Fall aufwärts, befördert wurden. Danach fuhren wir quer durch die Stadt zu
einem Motor-Museum, in dem es nicht nur alte Autos und Motorräder zu sehen gab,
sondern auch Radios, Fernseher uvm. Anschließend fuhren wir zur Insel Visingsö
auf die wir mit einer Fähre übersetzten. Eine nette Insel, aber zum Motorradfahren
nicht sehr geeignet, da zu klein. Man braucht nicht sehr lange, um sie in allen
Richtungen abzufahren. Wieder mit der Fähre zurück, haben wir die Stadt Gränna
besichtigt, die durch ihre Zuckerstangen bekannt ist. Und bekannt bedeutet auch
hier: Wieder viele Touristen. Also schnell seine Lakritzstangen eingekauft und
ab ging es wieder mit dem Mopped auf die Piste. Vetlanda war unser nächstes
Ziel und hier kann ich die Jugendherberge auch empfehlen. Die Preise sind aber
dann auch wieder wie bei uns zu Hause. Nach dem üblichen Abendspaziergang, der
mit einem Essen in einer Pizzeria verbunden wurde und ein kleines gemütliches
Zusammensitzen vor der Jugendherberge ging auch dieser schöne Moppedtag zu
Ende.
229 km
Tag 11
Horby war nun endgültig unser letzte Anfahrt in Schweden [img]http://www.cosgan.de/images/midi/traurig/a050.gif[/img]
. Hier hatten wir auch das erste Mal
wirklich Probleme, eine Unterkunft zu finden. Mein Vater wollte unbedingt eine
auf den diversen Campingplätzen aufgestellte Hütte mit Selbstversorgung
ausprobieren. Ganz ehrlich, ich war nicht wirklich traurig, das wir keine
gefunden habe [img]http://www.cosgan.de/images/midi/frech/a050.gif[/img]
. Die Suche nach der nächsten Jugendherberge war auch nicht so einfach. Doch
irgendwann hatten wir auch dies Problem gelöst, beim Chinesen reichlichst
gespeist und nach einem kleinen Abendbierchen uns auf unsere Matratzen begeben.
341 km
Tag 12
Jetzt befanden wir uns endgültig wieder Richtung
Heimat. Nach einem Abstecher zu einem Besichtigungspunkt in Malmö, der extra
für die Öresund-Brücke angelegt wurde (lohnt sich meiner Meinung nach nicht)
fuhren wir zur Mautstelle und ließen die Selbige schnell hinter uns. In
Dänemark, genauso genommen in Tarnby angekommen wurden wir mit einem heftigen
Regenschauer begüßt, der uns ein gutes Stück begleitet hat. Als wir in Rodby ankamen
um mit der Fähre nach Deutschland überzusetzen, waren wir allerdings schon
wieder trocken. Unsere nächstes Übernachtungsziel lag bei Ascheberg. Dort hatte
ich uns bei einer Grilltour der Netbiker angemeldet. Geplant waren zwei
Übernachtungen im Heuhotel inkl. einer Tagestour am nächsten Tag. Mein Vater
und ich stellten an diesem Abend aber schnell fest, das dies wohl doch nicht so
das richtige für uns war und somit beschlossen wir, am nächsten morgen direkt
nach Hause zu fahren.
371 km
Tag 13
Nach dem Frühstück und der Verabschiedung einiger noch nicht
ganz wachen Netties, ging es erst ein kurzes Stück auf Bundesstraßen und bald
auf der Autobahn nach Hause, wo wir dann am frühen Nachmittag ohne
irgendwelcher Vorkommnisse ankamen.
455 km
Fazit dieser Tour:
Schweden ist auf jeden Fall eine Reise wert. Man sollte sich
nur nicht scheuen, die abgelegenen festen Schotterpisten zu fahren, weil man
dort eine herrliche Landschaft entdecken kann.
Die asphaltierten Straßen sind meistens gut befahrbar und es
herrscht wenig Verkehr. Und ausreichend Kurven kann man auch finden. Man sucht
vielleicht nur ein bisschen länger [img]http://www.cosgan.de/images/midi/konfus/g015.gif[/img].
Man sollte auch darauf eingestellt sein, wenn man mal eine
Panne hat, dies in Schweden teuer werden kann. Trotz meines ADAC-Schutzbriefes
übernahm der Verein die Abschleppkosten nur bis 200 Euro. Mehr als die Hälfte
musste ich selber bezahlen. Die Übernachtungskosten und die Handyrechnung
wurden auch vom ADAC übernommen.
Bei einem weitern Besuch in Schweden wäre die Sache mit den
Jugendbergen nicht verkehrt, wobei ich diesmal aber doch darauf achten würde,
welchen Standard sie bieten. Die Günstigen sind meistens nicht zu empfehlen.
Tankstellen gibt es ausreichend. Nur nicht immer mit
Personal. Man sollte immer eine Karte mit PIN-Nummer mithaben, sonst könnte es
zu einem Problem weden.
Kosten Jugendherbergen:
Doppelzimmer/Frühstück Gesamtpreis
-
Fehmarn/Burg: 50 Euro
-
Arvika (ohne Frühstück) 30 Euro
-
Ekshärad 38 Euro
-
Stockholm (2 Übernachtungen) 74 Euro
-
Motala (inkl. Abendessen) 85 Euro
-
Vetlanda 55 Euro
-
Horby 39
Euro
Pro Motorrad:
Fähre von Puttgarden nach Rodby und anschließend nach Helsingborg
Sammelticket Gesamt: 49 Euro
Einzelticket von Rodby nach Puttgarden: 35 Euro
Öresund-Brücke nach Dänemark: 36 Euro
Eintritt Vasa-Museum in Stockholm: 9 Euro
1 Euro = ca. 10 schwedisch Krone